Angst vor Cyberattacken steigt in den USA

Das Energieministerium rechnet in den USA mit einem Investitionsbedarf von 350 Milliarden bis 500 Milliarden Dollar

Datum
12. Januar 2017
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Zusammenfassung

In seinem fast 500 Seiten starken Bericht Transforming The Nation’s Electric System warnt das US-Energieministerium vor Cyberattacken auf kritische Infrastrukturen. Neben den Stromversorgern und Gaspipelines werden auch das Gesundheitssystem und die Verkehrsbetriebe als gefährdet aufgezählt. Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Abwehrmaßnahmen den Angriffen hinterher hinken, weil die Angreifer immer raffinierter vorgehen.

Darum fordert das Energieministerium mehr Geld, um die Infrastrukturen besser zu schützen, beispielsweise Atomkraftwerke. Im Bericht ist von 350 Milliarden bis 500 Milliarden Dollar die Rede, finanziert aus Steuermitteln. Bis heute gab es in den USA (noch) keine grösseren Attacken, Erpressungen mit Ransomware sind offenbar gang und gäbe. Trotzdem sei die Versorgungssicherheit in den USA nie ernsthaft gefährdet gewesen.

Einschätzung

Die Warnung ist nicht neu, die Gefahr ist auch in Europa bekannt. Im Gegensatz zu früher sind aber die verantwortlichen Stellen für das Risiko und die möglichen Konsequenzen sensibilisiert. Dazu hat der Bestseller „Blackout“ von Mark Elsberg wohl genauso beigetragen wie die regelmässigen Berichte über Cyberangriffe und Erpressungen.

Neu ist, dass eine Behörde den Investitionsbedarf quantifiziert. 350 Milliarden bis 500 Milliarden Dollar sind viel Geld. Die Höhe der Forderung zeigt, wie ernst das Energieministerium die Gefahr nimmt. Vielleicht ist die Forderung aber auch so hoch, weil die Betreiber kritischer Infrastrukturen in den letzten Jahren (zu) wenig in ihre Informationssicherheit investiert haben und jetzt viel aufholen müssen.

Zielgruppen

  • IT- und IS-Verantwortliche
  • Management
  • Interessierte Kreise