Hacker kosten die Anleger Milliarden

Viele Firmen unterschätzen den finanziellen Einfluss von Sicherheitsvorfällen und Hackerangriffen auf ihr Jahresergebnis

Datum
21. April 2017
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Cyberangriffe sind schlecht für das Image. Vor allem, wenn sensitive Daten gestohlen werden. Doch das ist nicht alles: Eine neue Studie beziffert die Kursverluste britischer Aktien nach Hackerattacken auf rund 50 Milliarden Euro seit 2013.

Laut der Studie, die Oxford Economics für die Cybersicherheitsexperten von CGI UK durchgeführt hat, sanken die Aktienkurse im Durchschnitt um 1,8 Prozent, wenn sensitive Daten gestohlen wurden. Das macht durchschnittlich 143 Millionen Euro Kursverlust für jede der 100 im FTSE 100 notierten Firmen.

Für die Studie wurden 315 Sicherheitsvorfälle seit 2013 und ihre Konsequenzen an der Börse untersucht. 65 dieser Vorfälle wurden als ernst oder katastrophal eingestuft. Laut Dr. Andrew Rogoyski, VP Cyber Security Services bei CGI UK, gibt es große Unterschiede zwischen den Branchen: «Krankenhäuser oder Kliniken werden häufiger angegriffen, sind aber noch kein so lohnenswertes Ziel für Hacker wie beispielsweise Finanzdienstleister.»

Einschätzung

Die 50 Milliarden Euro sind «nur» Kursverluste der Anleger. Sie sind die Summe des Reputationsverlustes der Firma und des Vertrauensverlustes der Kunden. Dazu kommen Lösegelder, Bussen und andere finanzielle Konsequenzen. Der Einfluss von Sicherheitsvorfällen im Allgemeinen und Hackerangriffen im Besonderen auf das Unternehmensergebnis wird vielerorts unterschätzt. Investitionen in die Informationssicherheit lohnen sich und zahlen sich eher früher als später aus.

Zielgruppen

  • Management
  • IT- und IS-Verantwortliche
  • interessierte Kreise